Kindergruppen FAQ: Fragen und Antworten

Was ist eine Kindergruppe?

Eine Kindergruppe ist eine alternative Kinderbetreuungseinrichtung. Wie im Kindergarten werden bei uns Kinder von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr betreut. Anders als im Kindergarten gibt es in der Kindergruppe aber keinen strikt vorgegebenen Tagesablauf, sondern es wird versucht, verstärkt auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Dies gelingt insbesondere durch die geringere Gruppengröße – max. 13 Kinder von 2-6 Jahren  (Familiengruppe) – und einen sehr guten Betreuungsschlüssel (2 BetreuerInnen). Dem freien Spiel wird viel Platz gegeben, tägliche Ausflüge ins Freie (z.B. Wienfluss, Wald, Spielplatz, Innenhof) gehören bei uns einfach dazu! Einmal in der Woche sind die Kinder fast den ganzen Tag „unterwegs“ (Waldtag).

Was bedeutet elternverwaltet?

Die tägliche Betreuung der Kinder übernehmen ausgebildete KindergruppenbetreuerInnen. Die Aufgabe der Eltern ist in erster Linie das Verwalten, also das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen, damit der Kindergruppenalltag optimal gelingen kann. Dazu gehören z.B. das Gestalten der Räumlichkeiten, die Übernahme bestimmter Ämter, Kochdienste oder Elterndienste (s.u.), sowie die Teilnahme an den monatlich stattfindenden Elternabenden.

Durch die enge Zusammenarbeit der Eltern und BetreuerInnen entsteht ein Netzwerk von Beziehungen und Freundschaften. Gemeinsame Feste, Projekte (z.B. Kindergruppennacht, Kinderkino, Ausstellung), Ausflüge, Wandertage und sogar Urlaube sind zentrale Bestandteile unseres Kindergruppenlebens und lassen uns an der Entwicklung unserer Kinder teilhaben. Die Kindergruppe ist ein Gegenpol zum anonymen Nebeneinander, ein Stückchen Großfamilie in der Großstadt. Eltern haben außerdem die Möglichkeit, Einblicke in den Alltag ihrer Kinder zu bekommen: Über Elternabende, individuelle Gespräche mit den BetreuerInnen, Kochdienste, Elterndienste oder beim Abholen, wo das „Innere“ der Kindergruppe nicht tabu ist.

Ist die Kindergruppe das ganze Jahr über geöffnet?

Die Kindergruppe ist – mit Ausnahme von 2 Wochen im Sommer und 2 Wochen über Weihnachten – ganzjährig geöffnet. An den so genannten Fenstertagen, sowie während der übrigen Schulferien (z.B. Semester- oder Osterferien) wird jeweils eine Bedarfserhebung unter den Eltern gemacht und entsprechend ist die Kindergruppe dann geöffnet oder geschlossen.

Wieviel kostet mich die Kindergruppe („Elternbeitrag“)?

Ein Platz in unserer Kindergruppe kostet 135€ pro Monat. Für jedes Kind erhält die Kindergruppe von der Stadt Wien eine Förderung in der Höhe, die auch einen „normalen“ Kindergartenplatz finanzieren würde. Da es in der Kindergruppe jedoch einen deutlich besseren Betreuungsschlüssel gibt, ist dieser zusätzliche Elternbeitrag notwendig. Dazu kommt bei Einstieg in die Kindergruppe ein einmaliger Investitionsbeitrag von 450€, der vor allem für die Beschaffung neuer Materialien herangezogen wird.

All diese Ausgaben für die Kindergruppe sind steuerlich bis zu einer Höhe von 2300€ pro Kalenderjahr absetzbar!

Woher kommt das Essen für die Kinder?

Wie in den meisten elternverwalteten Kindergruppen wird auch in unserer Kindergruppe das Essen von den Eltern zubereitet. Ca. zweimal im Monat bringt jede Familie für alle Kinder das Frühstück (z.B. Brot, ggf. Marmelade, Butter, Käse, Müsli, Milch, etc.), Obst, ein Mittagessen (vorgekocht, oder nach Absprache mit den BetreuerInnen in der Kindergruppe zubereitet) und ein Dessert in die Kindergruppe. Wir haben uns darauf geeinigt, vorwiegend saisonale, regionale und biologische Lebensmittel zu verwenden, Fleisch soll ausschließlich aus biologischer Landwirtschaft stammen.

Können besondere Wünsche in der Ernährung berücksichtigt werden?

Immer wieder kommt es dazu, dass Kinder bestimmte Nahrungsmittel nicht essen dürfen (Unverträglichkeiten). In diesen Fällen ist die Elterngruppe bemüht, z.B. durch separates Zubereiten der „kritischen“ Zutaten, auch diesen Kindern ein Essen bereitzustellen.

Was ist ein Amt?

Die Kindergruppe ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Das heißt, dass zunächst einmal offizielle Ämter wie Obmensch, Kassier oder Schriftführer besetzt werden müssen. Das tun in der Regel Mitglieder, die schon länger dabei sind und die entsprechende Erfahrung haben. Daneben gibt es aber auch eine Reihe inoffizieller Ämter, die im Sinne der Arbeitsteilung auf die Vereinsmitglieder verteilt werden. Das sind zum Beispiel: das regelmäßige Einkaufen von Grundnahrungsmitteln für die Kindergruppe; das Reparieren kaputter Spielsachen; die Kommunikation mit interessierten Eltern; das Gestalten von Plakaten; das Erstellen der Kochlisten (s.u.) usw.

Wer macht in der Kindergruppe sauber?

Das Saubermachen ist ebenfalls Aufgabe der Eltern. Am Tag des Kochdienstes ist die Familie dafür zuständig, die Räumlichkeiten zu reinigen und die Ordnung wieder herzustellen (ca. 1-1,5 Std). Es bleibt jedem privat überlassen, sich beim Saubermachen von einer Fachkraft vertreten zu lassen, eine „Putzfee“ ist bei besonders günstiger finanzieller Lage des Vereins traditionell weit oben auf der Prioritätenliste ;)

Wer betreut die Kinder und was ist ein Elterndienst?

Grundsätzlich obliegt die Kinderbetreuung den BetreuerInnen. In besonderen Fällen, wie z.B. Urlaub oder Krankenstand, kann es jedoch notwendig sein, dass ein Elternteil einspringen muss und gemeinsam mit der zweiten BetreuerIn die Kinder durch den Tag begleitet. Das ist einerseits v.a. aus finanziellen und organisatorischen Gründen notwendig. Andererseits sind Elterndienste ein wichtiger Bestandteil des Konzepts „Kindergruppe“, nicht zuletzt deshalb, weil dadurch engere Beziehungen zu den Kindern aufgebaut werden können, was wiederum das gegenseitige „Aushelfen“ (z.B. bei längerem Betreuungsbedarf) erleichtert. Es ist klar, dass nicht alle Eltern gleich viel Zeit für Elterndienste aufbringen können, in der Regel gleichen sich die Unterschiede aber im Laufe einer Kindergruppenkarriere (z.B. durch anderweitiges Engagement) aus.

Ist die Kindergruppe mit Berufstätigkeit vereinbar?

Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Eltern befürchten, Beruf und Kindergruppe nicht unter einen Hut bringen zu können. Dazu können wir nur sagen: Wir sind fast alle berufstätige Mütter und Väter, denen es den Aufwand wert ist. Ein paar Zitate unserer Mitglieder:

„Bewusste Ernährung ist mir wichtig, daher finde ich es nur konsequent, das Essen meiner Kinder selbst zu kochen.“

„Für meine großen Kinder muss ich sowieso kochen, da kommt es auf ein paar Kinderportionen mehr nicht an.“

„Wenn es mal stressiger ist, teile ich mir den Putzdienst für Freitag ein. Oft gehen wir dann auch als gesamte Familie am Wochenende in die Kindergruppe – die Kinder genießen das Vormittagsprogramm und zu zweit ist die Arbeit schnell erledigt.“

„Beim Elterndienst sehe ich, wie die BetreuerInnen mit meinem Kind umgehen und das gibt mir einfach ein gutes Gefühl.“

Was muss ich tun, um Mitglied zu werden?

Interessierte Eltern vereinbaren zunächst einen Schnuppertermin (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) mit ihrem Kind und haben dann beim nächsten Elternabend die Gelegenheit, die anderen Eltern kennen zu lernen und Fragen zu stellen. Bei gegenseitigem Einverständnis wird ein Betreuungsvertrag unterzeichnet (siehe Homepage).